• Alida Bremer

    Alida Bremer

    autorin
    übersetzerin
    herausgeberin
    literaturwissenschaftlerin

Im Handgemenge mit Piraten

Nach dem Grimm`schen Wörterbuch sind Seeräuber »diejenigen, welche auf der see fremden eigenthums sich mit gewalt bemächtigen, um sich zu bereichern, ohne eine vollmacht zu dieser bemächtigung von irgend einem staate zu haben«. Piraten, Corsaren und in gewissem Maße Freibeuter sind andere synonyme Wendungen, die allesamt eine Gegenwelt markieren, eine Welt der Freiheit, der Verwegenheit, der Abenteuerlust. Sie durchsegeln seit Jahrhunderten die Kinderzimmer mit all ihren Träumen, füllen Bibliotheken und Kinosäle. Das Meer wird zum gesellschaftsfreien Raum, in den sich die Seeräuber-Jenny ebenso hinausphantasiert wie später all jene, die sich durch die »Konsumgesellschaft« einer »extremen Vereinheitlichung« unterworfen sehen wie P.P. Pasolini in seinen Freibeuterschriften. Die Piraterie-horen suchen all jene kritischen, romantischen, heterotopen Schiffsplanken und Inselstrände der Selbstermächtigung in der heutigen Welt auf und versammeln sie zu einer großen Verführung: »Ich wünsch` mich dahin zurück, wo`s nach vorne geht […] Wo wir sind, ist immer Libertatia« (Ja, Panik). Mehr...

Eine Uni – ein Buch - Olivas Garten an der Universität Duisburg-Essen

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Alle Hochschulen in Deutschland waren in der dritten Ausschreibungsrunde eingeladen, ein Buch zu bestimmen, über das ein Semester lang geredet und debattiert werden soll: Mit dem Wettbewerb wollen die Initiatoren den Austausch und die Identifikation aller Hochschulmitglieder und Mitarbeiter mit ihrer Hochschule stärken. Ob Erstsemester oder Fakultätsleiter, Professoren oder Verwaltungsmitarbeiter, die Mitglieder einer Hochschule sollen über das ausgewählte Buch ins Gespräch kommen und sich für ein gemeinsames Thema begeistern. Die zehn besten Ideen und Aktionen werden mit jeweils 10.000 Euro prämiert. Die Projektförderung beginnt mit dem Sommersemester 2019.

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Deutscher Jugendtheaterpreis 2018

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Der Deutsche Jugendtheaterpreis 2018 geht an 
Dino Pešut (Kroatien) für »Der (vorletzte) Panda oder Die Statik«,
in der Übersetzung von Alida Bremer.

In der Laudatio für Fabrice Melquiot lobte Karola Marsch stellvertretend für die Jury das Stück als
große Tragödie um Liebe, Macht und Herrschaftsansprüche für Kinder. Die Konstruktion des Textes sei ungewöhnlich im Theater für Kinder und überaus bemerkenswert: Melquiot greife zu mythischen, archaischen Gestalten und verschaffe den Kinderfiguren einen eigenen, von der Außenwelt unantastbaren Raum.

In der Jury-Laudatio für Dino Pešut würdigte Christoph Macha das Stück als eines der politischsten des aktuellen Jugendtheaters. Modellhaft verhandele es am Beispiel der gesellschaftlichen Konflikte in Kroatien die großen Krisen der Demokratie, Turbo-Kapitalismus, Angst vor dem Fremden sowie den Verlust von menschlichen Werten. Das Stück mache in messerscharfen Sätzen und knappen Repliken sehr deutlich: Leute, wir müssen aufstehen!

Brücke Berlin Theaterpreis 2018

Den erstmals vergebenen Brücke Berlin Theaterpreis, mit zweimal 5.000 Euro dotiert, erhalten die serbische Autorin Iva Brdar und ihre Übersetzerin Alida Bremer für das Stück „Daumenregeln“ (Rowohlt Theaterverlag), das im Juni im Schauspiel Stuttgart in deutscher Erstaufführung inszeniert worden ist.

Das Jurymitglied Jürgen Jakob Becker (Literarisches Colloquium Berlin) erläutert: „(...). Iva Brdar folgt in ihrem Theaterstück „Daumenregeln“ der Tramptour zweier junger Frauen ins südliche Osteuropa. In einer weitgehend menschenleeren Landschaft begegnen die Protagonistinnen ebenso skurrilen wie scharf umrissenen Figuren, die sich aus Bruchstücken einstiger Lebensentwürfe eine neue Existenz zusammen zimmern. So entsteht ein surreales Roadmovie; alle fahren mit, niemand weiß woher, niemand weiß wohin. Geschrieben ist das eindringliche Stück in vibrierenden Versen, von Alida Bremer in ein suggestives Deutsch übersetzt.“

Die Preisverleihung findet am 25. September 2018 um 19 Uhr im Deutschen Theater Berlin statt.

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